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beim Internetportal der Mannheimer Arbeitsgemeinschaft für Wohnungswesen, Kreditwirtschaft und Raumplanung und dem Wohnungswirtschaftlichen Seminar der Universität Mannheim

Aktuelle Meldungen

25.8.2011
Neues Seminarprogramm: Bewertung von Stadtquartieren

Stadtquartiere unterscheiden sich durch eine Vielfalt von Kombinationen baulicher, sozialer und funktionaler Merkmale. Die Bewertung ihrer Qualität kann aus einer stadtplanerischen, möglichst objektiven Sichtweise oder aus einer subjektiven Einschätzung erfolgen, welche die Ansprüche z. B. der städtischen Bevölkerung an die Wohnung und ihr Umfeld widerspiegeln.

Die Vorträge greifen beide Perspektiven auf. Dipl.-Ing. Jan Hogen thematisiert mit der Zerti-fizierung in der Stadtentwicklung ein neues Instrument in der Stadtplanung. Er erörtert die Grundprinzipien der Zertifizierung, die für die Übertragung auf Stadtquartiere relevant sind, und gibt einen Ausblick auf mögliche Steuerungspotenziale, Organisationsformen und Ver-fahren der Zertifizierung als Instrument in Planungs- und Entscheidungsprozessen unter be-sonderer Betrachtung der Akteure und deren Steuerungsansprüchen.

Prof. Dr. Claus-C. Wiegandt widmet sich anhand verschiedener Fallstudien aus Deutschland der Wiedernutzung innerstädtischer Brachen. Ihre Reaktivierung ist eine zentrale Herausfor-derung für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf den Er-folgsbedingungen für die Aufwertung von Stadtquartieren durch die Reaktivierung dieser Flächen.

Für den diesjährigen Festvortrag konnten wir Prof. Elke Pahl-Weber gewinnen. Sie leitet aus den vorhandenen Bewertungsinstrumenten für Gebäude und internationalen Ansätzen der Evaluation und Zertifizierung von Stadtquartieren Herausforderungen für die Anwendung dieser Systeme auf Quartiere in deutschen Städten ab. Dabei fließen methodische Fragen der Bewertung ein.

Ausgehend von gesellschaftlichen Prozessen, insbesondere der Pluralisierung von Haushalts-formen und der Flexibilisierung von Beschäftigungsverhältnissen, arbeiten Dipl.-Ing. Andrea Dittrich-Wesbuer und Dr. Stefanie Föbker die Kriterien zur Beurteilung von Wohnquartieren für ausgewählte Haushaltstypen mit unterschiedlichen Wohnbedürfnissen und differenzierten Standortanforderungen auf. Ihre Ausführungen stützen sich auf laufende wie abgeschlossene Studien zum Thema Wohnstandortentscheidungen.

Eine druckbare Version des Programms findes Sie hier

 

11.02.2011
Neues Seminarprogramm: Zurück in die Stadt!?

 

seit etwa 2002 nimmt die Bevölkerung in Großstädten langsam und stetig zu, während die Bevölkerung der Bundesrepublik insgesamt abnimmt. Dieser Trend wurde in den vergangenen Jahren von verschiedenen Seiten als Reurbanisierung oder unter diversen anderen Überschriften diskutiert. Die Vorträge wollen einen Überblick über die Ursachen, die empirischen Evidenz und die Optionen für die Stadtentwicklung geben.

Prof. Dr.-Ing. Stefan Siedentop interpretiert „Reurbanisierung“ als Zwischenergebnis eines umfassenden Restrukturierungsprozesses von Stadtregionen, der von einem komplexen Zusammenspiel demographischer, ökonomischer und sozialer Faktoren angetrieben wird. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass Reurbanisierung als ein selektiver Prozess verstanden werden muss, an dem verschiedene Städte und städtische Teilräume in unterschiedlichem Maße teilhaben. Die näheren Ursachen von Reurbanisierung wie ihre mittel- bis langfristige Persistenz sind indes weitgehend ungeklärt. Im Vortrag werden nach einem kurzen Überblick über aktuelle Trends der Siedlungs- und Stadtentwicklung die verschiedenen Erklärungsansätze diskutiert. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob Reurbanisierung eine zeitlich limitierte Zwischenphase siedlungsstruktureller Entwicklung markiert oder nicht vielmehr als langfristiger Megatrend mit weitreichenden raum- und stadtstrukturellen Implikationen anzusehen ist. Im Schlussteil werden politische Herausforderungen für die Gestaltung eines solchen Prozesses skizziert.

Dr. habil. Gabriele Sturm stellt statistische Befunde für Reurbanisierung aus der Laufenden Raum- und Stadtbeobachtung (LRB) und aus der Innerstädtischen Raumbeobachtung (IRB) des BBSR vor. Dabei werden einerseits die Städte nach ihrer regionalen Einbettung differenziert, da nicht überall im Land dieser Trend gleichermaßen zu beobachten ist, andererseits werden innerhalb der administrativen Stadtgrenzen die Wohngebiete in ihrer Lage zur „City“ unterschieden, da verschiedene großstädtische Bevölkerungsgruppen recht unterschiedliche Präferenzen bei der Wahl ihrer Wohnstandorts zeigen.

Dipl.-Ing. Axel Fricke geht auf neue strategischen Handlungsmöglichkeiten als Folge der Reurbanisierung ein. Mit der aus dem Stuttgarter Stadtentwicklungskonzept STEK abgeleiteten Handlungsstrategie urbanWohnen setzt die Landeshauptstadt nicht nur bauland- und wohnungspolitische Akzente, sondern zielt auch auf eine sozial ausgewogene und städtebaulich qualifizierte Praxis. Veränderte Marktbedingungen erfordern im Hinblick auf die Revitalisierung der Wohnungsbestände und Entwicklung neuer Stadtteile eine stärkere Nachfrageorientierung, erhöhte Integrationsanstrengungen und eine bürgerschaftliche Beteiligung.

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10.09.2010
Neues Seminarprogramm: Nachhaltige Entwicklung in der Wohngemeinschaft

Im Abschlussbericht der Brundtland-Kommission „Unsere gemeinsame Zukunft“ wurde 1987 erstmals ein Leitbild zur nachhaltigen Entwicklung entworfen. Die Kommission versteht darunter eine Entwicklung, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“. Die Bedeutung der Wohnungswirtschaft für eine nachhaltige Entwicklung ist unbestritten.

Prof. Dr. Thomas Lützkendorf führt mit seinem Vortrag in das Thema ein. Für die Umsetzung der Prinzipien der Nachhaltigkeit bedarf es insbesondere einer Integration verschiedener Aspekte der Nachhaltigkeit u. a. in die Planung, Bestandsentwicklung und Berichterstattung. Vorgestellt werden der Stand der Diskussion einer Beschreib- und Bewertbarkeit des Beitrages von Wohnbauten zu einer nachhaltigen Entwicklung. Möglichkeiten und Konsequenzen für die Weiterentwicklung z. B. der Risikoanalyse und der Wertermittlung werden aufgezeigt.

Für den diesjährigen Festvortrag konnten wir Prof. Dr. Ulrich van Suntum gewinnen. Sein Thema greift vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen bei Grundsteuer, Grunderwerbssteuer und Energiepolitik das Thema der konfiskatorischen Belastung von Immobilieneigentümern auf, die sich aufgrund der Immobilität ihres Vermögens steigenden Ausgaben z. B. für Umweltschutz, Sozialpolitik oder die Verringerung von Haushaltsdefiziten nicht entziehen können.

Dr. Holger Cischinsky befasst sich am Beispiel des Flughafens Frankfurt/Main mit den Auswirkungen des Fluglärms auf die umliegenden Gemeinden. Im Mittelpunkt des Vortrags steht zum einen die Frage, ob sich in besonders fluglärmbelasteten Wohngebieten die Bevölkerungs- und Sozialstruktur infolge selektiver Zu- und Abwanderungsprozesse sukzessive „verschlechtert“. Der Vortrag greift hierzu auf eine Wanderungsbefragung aus dem Jahr 2008 zurück. Zum anderen werden die Möglichkeiten und Grenzen von Wanderungsbefragungen zur Analyse der Veränderung von Bevölkerungsstrukturen diskutiert.

Dr. Sascha Wolff befasst sich in seinem Vortrag mit der energetischen Sanierung des Gebäudebestands als wichtigem Baustein der nationalen Klimaschutzpolitik. Rund ein Drittel aller Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland entfallen auf die Bewirtschaftung von Immobilien. Wohngebäudesanierungen ermöglichen erhebliche Einsparungen. Trotz dieser hohen Relevanz weiß man nur wenig über das sozioökonomische Umfeld und das Motivationsspektrum der Sanierer. Diese Datenlücke konnte durch die „Wohngebäudesanierer-Befragung 2010“ der KfW und des IW Köln geschlossen werden.

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22.02.2010
Neues Seminarprogramm: Wohnen im Alter

mit „Wohnen im Alter“ greifen wir ein aktuelles Thema erneut auf. In diesem Semester geht es um die Bewertung von Modellprojekten zur nachbarschaftlichen Unterstützung, die Attraktivität der Städte als Wohnstandort für ältere Menschen und die Möglichkeit, Immobilien im Alter zu verrenten.

Dr. Peter Westerheide stellt die Ergebnisse einer Social Return on Investment-Analyse für vier neuartige Wohnprojekte des Netzwerkes „Soziales Neu Gestalten“ (SONG) vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie diese Modellprojekte den konkreten Hilfebedarf unterstützungsbedürftiger älterer Menschen beeinflussen und wie gemeinschaftliche Aktivitäten der Bewohner Kostenersparnisse bewirken können.

Stadtdirektor Klaus Elliger und Architekt Andreas Schmucker widmen sich dem Thema Wohnen im Alter in der Stadt und zeigen konkrete Möglichkeiten zur Steigerung der Attraktivität städtischer Wohnstandorte für ältere Menschen auf. In der aktuellen Diskussion um die Wiederentdeckung städtischen Lebens setzen die Städte auf die Rückkehr von jenen Haushalten, die seit den 1960er Jahren in das Umland gezogen sind. Dabei herrscht die Vorstellung vor, dass Suburbanisierer diesem Raum lediglich für einen bestimmten Lebensabschnitt den Vorzug geben. Ob allerdings diese Gruppe den finanziellen Handlungsspielraum für eine „Rückkehr“ in die Stadt hat, wird kontrovers diskutiert.

Möglichkeiten hierzu stellt der Leiter Immobilien der Investitionsbank Schleswig-Holstein, Axel Vogt, vor. Reverse Mortgages erlauben es Älteren, ihre Immobilien im Rentenalter zu beleihen und damit zusätzlich zu ihren sonstigen Rentenbezügen weitere Einkünfte zu generieren. Im Vortrag werden die Besonderheiten von Immobilienrenten und Möglichkeiten zur Bestimmung des korrekten Beleihungswertes der zu verrentenden Immobilien behandelt.

Diplom-Volkswirtin Stefanie Hasse eröffnet die Vortragsreihe in diesem Semester zu einem spezifischen Thema. Ihre Diplomarbeit zur Immobilienpreisblase in Spanien wurde vom Verband der Privaten Bausparkassen im Wettbewerb um den „Werner-Lehmann-Preis“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Der „Werner-Lehmann-Preis“ wird alle zwei Jahre vergeben und honoriert die besten Arbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses zu den Themen Bauen, Wohnen und Finanzieren.

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14.09.2009
Neues Seminarprogramm:  Wohnquartier und Integration

In Deutschland leben etwa 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Sie konzentrieren sich in den Städten, insbesondere in den Großstädten und hier in bestimmten Wohnquartieren. „Integration vor Ort“ ist das Schlüsselthema des Nationalen Integrationsplans der Bundesregierung. In den Wohnquartieren sind Herausforderungen und Erfolge am deutlichsten spürbar. Die Vortragsreihe nähert sich diesem Thema aus verschiedenen Perspektiven.

Stadtbaurat Jürgen Dressler stellt anhand ausgewählter Maßnahmen Ansätze und strategische Ziele der Stadt Duisburg zur Integration vor. Der demographischer Wandel und eine stetig steigende Migrantenzahl machen Integration in Duisburg zu einer Schlüsselaufgabe der Stadtentwicklung.

Herr Prof. Dr. Ludger Pries hält den diesjährigen Festvortrag anlässlich der Jahresversammlung der Gemeinnützigen Fördergesellschaft für die Mannheimer Arbeitsgemeinschaft für Wohnungswesen, Kreditwirtschaft und Raumplanung der Universität Mannheim e. V. Er rückt das Thema internationale Migration mit seinen vielfältigen Facetten in den Mittelpunkt, die zu gelungenem interkulturellem Zusammenleben wie zu „Segregationsspiralen“ führen kann. Mit Hilfe einer Typologie unterschiedlicher Migrationsformen erörtert er Veränderungen der Haushaltsstrukturen und ihre Konsequenzen für das Wohnen.

Dr. Sören Petermann befasst sich aus individueller Perspektive mit den Kontakten zwischen Deutschen und Migranten in zahlreichen Lebensbereichen wie Wohnen, Arbeiten, Ausbildung oder Freizeit. Anhand empirischer Daten zeigt er auf, wie die deutsche Bevölkerung auf Migranten in der Nachbarschaft reagiert, wobei der siedlungsstrukturelle Kontext eine wichtige Rolle spielt.

Diplomgeographin Martina Kocks gibt abschließend einen Überblick über Anforderungen an kommunale Integrationsstrategien und zieht eine Zwischenbilanz der Maßnahmen im Rahmen des Nationalen Integrationsplans.