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Herzlich Willkommen

beim Internetportal der Mannheimer Arbeitsgemeinschaft für Wohnungswesen, Kreditwirtschaft und Raumplanung und dem Wohnungswirtschaftlichen Seminar der Universität Mannheim

Programm im Frühjahrssemester 2016

 

Flüchtlinge: Wohnraumversorgung und Integration als kommunale Herausforderung

 

7. April 2016, 16.00 Uhr:

Dr. Ing. Thorsten Heitkamp, Referent Wohnungsmarktbeobachtung, NRW.BANK, Düsseldorf: Zusätzliche Wohnungsneubaunachfrage durch Zuwanderung von Fluchtmigranten nach Nordrhein-Westfalen

 

28. April 2016, 16.00 Uhr:

Timo Heyn, Prokurist, Büroleiter der Zweigniederlassung Bonn, empirica ag, Bonn: Handlungsanforderungen für die mittel- bis langfristige Integration von Flüchtlingen in den Wohnungsmarkt

 

19. Mai 2016, 16.00 Uhr:

Dr. Olaf Schnur, Seniorwissenschaftler/Projektleiter, vhw - Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V., Berlin: Mehr wissen, mehr wagen, mehr Dialog! 10 Thesen zur Flüchtlingssituation vor Ort

 

Tagungsort der Vorträge: Verfügungsgebäude der Universität Mannheim L7, 3-5:
Podiumsgeschoss, Raum P 044

 

Sie können sich auch per mail anmelden:
pipphardt@uni-mannheim.de

Zum Tod von Professor Dr. Hans H. Nachtkamp

Am 5. März 2016 verstarb Prof. Dr. Hans H. Nachtkamp im Alter von 85 Jahren. Er war von 1974 bis 1995 Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre I und vertrat in diesem Zeitraum an der Abteilung Volkswirtschaftslehre der Universität Mannheim das Fach Finanzwissenschaft in Forschung und Lehre.

Nach seinem Abitur 1950 schlug Prof. Dr. Hans H. Nachtkamp zunächst eine nicht-wissenschaftliche Laufbahn ein. Er schloss eine kaufmännische Lehre ab und war anschließend kaufmännischer Angestellter in verschiedenen Unternehmen. Im Sommersemester 1959 nahm er das Studium der Volkswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster auf und beendete es bereits im Wintersemester 1962/63 als Diplom-Volkswirt. Es folgte eine wissenschaftliche Laufbahn mit Dissertation und Habilitation in Münster bei seinem akademischen Lehrer Prof. Dr. Herbert Timm. Im Januar 1974 erhielt Prof. Dr. Hans H. Nachtkamp einen Ruf auf den Lehrstuhl Volkswirtschaftslehre I der Universität Mannheim und wurde im Juli 1974 zum ordentlichen Professor ernannt. Er war mit „Leib und Seele“ Finanzwissenschaftler. Themen wie Besteuerung und Subventionen öffneten ihm nicht nur den Weg zur Mittelstandpolitik, sondern auch in die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Er war Mitglied im Vorstand des Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Mann-heim und Anfang der 1990er Jahre Mitglied der Expertenkommission Wohnungspolitik im Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Es war ihm stets ein besonderes Anliegen, wissenschaftliche Erkenntnisse auf praxisbezogene Fragestellungen anzuwenden. So gründete er 1982 das wohnungs- und immobilienwirtschaftliche Seminar, das bis heute mit regem Interesse von Vertreterinnen und Vertretern von Wohnungsbaugesellschaften und Stadtverwaltungen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Studierenden aus unterschiedlichen Disziplinen besucht wird.

Große Verdienste hat Prof. Dr. Hans H. Nachtkamp beim Aufbau der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Dresden erworben. So organisierte er Anfang der 1990er Jahre die Lehre von Mannheimer Wissenschaftlern in Dresden: Die „Reisenden in Sachen VWL“ absolvierten dabei jeweils eine Woche Lehre abwechselnd in Dresden und Mannheim, wobei sie an beiden Orten doppelte Veranstaltungen unterrichten mussten, um den kompletten Vorlesungsstoff vermitteln zu können. Die TU Dresden dankte Prof. Dr. Hans H. Nachtkamp sein enormes Engagement später mit der Bestellung zum Honorarprofessor.

Auch nach seiner Entpflichtung 1995 blieb er der Volkswirtschaftslehre verbunden. Mit vollem Herzen widmete er sich dem wohnungs- und immobilienwirtschaftlichen Seminar, und solange ihm dies möglich war, besuchte er die Vorträge und nahm rege an den Diskussionen teil.

Als Jugendlicher träumte Prof. Dr. Hans H. Nachtkamp oft vom Studium der Musik und der Schauspielerei, stand auch selbst einmal für Schillers „Räuber“ auf der Bühne. Und auch wenn er später in der Wissenschaft seine wahre Berufung fand, widmete er sich, wann immer es ihm die knappe Zeit erlaubte, dem Orgelspiel und der Liturgie-Kunde. Vor allem der Gregorianische Choral faszinierte ihn, und so beschäftigte er sich nach seiner Emeritierung auch mit der Restitution mittelalterlicher Melodien. Sein Motto: „Wer behauptet denn ernsthaft, ein gestandener Mensch könne nur in einem Fach arbeiten!“

Die Mitglieder der Gemeinnützigen Fördergesellschaft für die Mannheimer Arbeitsgemeinschaft für Wohnungswesen, Kreditwirtschaft und Raumordnung der Universität Mannheim e.V. werden Prof. Dr. Hans H. Nachtkamp ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Aktuelle Meldungen

19.02.2016
Neues Programm im Frühjahrssemester 2016 ist online.

Schätzungen gehen von mehr als einer Million Flüchtlinge aus, die 2015 in Deutschland angekommen sind. Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wurden im selben Jahr 476 649 Asylanträge gestellt. Diese Zahlen sind für die Kommunen in Deutschland eine große Herausforderungen, denn die Gemeinden tragen die Hauptlast bei Unterbringung und Integration der Flüchtlinge.

Aktuelle Diskussionen kreisen in der Regel um das Thema der kurzfristigen Unterbringung von Flüchtlingen in Erstaufnahmeeinrichtungen, provisorischen Gemeinschaftsunterkünften und dezentral in Privatunterkünften. Der Debatte zur weiteren Wohnraumversorgung von anerkannten Flüchtlingen fehlten bisher zumeist konkrete Zahlen. Zu diesem Thema stellt Dr. Ing. Thorsten Heitkamp anhand einer Modellrechnung des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und der NRW.BANK die Folgen der Zuwanderung von Flüchtlingen für die Wohnungsnachfrage und die zusätzliche Neubaunachfrage an Wohnungen für die Kommunen in diesem Bundesland vor. Damit wird eine Orientierungshilfe zur Verfügung gestellt, die erste Hinweise auf die zukünftigen Wohnraumbedarfe in den Kommunen und Kreisen Nordrhein-Westfalens gibt.

Timo Heyn widmet sich konzeptionellen Überlegungen, wie die Kommunen den multiplen Anforderungen bei Wohnraumversorgung und Integration begegnen können. Er postuliert das Ineinandergreifen dreier Handlungsebenen: analytisch-konzeptionelle Ebene (Auswertung von Datenmaterial und empirischer Erhebungen als Grundlage zu Antworten auf  mittel- bis langfristige Anforderungen), umsetzungsorientierte Ebene (z. B. innovative Ansätze wie lokale Bündnisse mit Schwerpunkt „Flüchtlinge“, bei denen sich Verwaltung, Wohnungswirtschaft und andere Akteure am Wohnungsmarkt aktiv engagieren) und Integration vor Ort, die im Quartier eine räumliche und inhaltliche Verknüpfung von Wohnungsmarkt, Unterstützungs- und Integrationsangeboten erfordert.

Die sprunghaft gestiegene Zahl von Flüchtlingen dominiert die öffentliche und politische Debatte. Es geht um die Frage der räumlichen Verteilung, um die soziale Stabilität, um die Integrationskraft unserer Gesellschaft, um den „Nutzen“ oder die „Kosten“ von Zuwanderung. Unabhängig von den nationalen Weichenstellungen finden wir uns jedoch in einer Situation wieder, die vor Ort in den Städten und Quartieren konkretes Handeln erfordert. Dazu stellt Dr. Olaf Schnur zehn Thesen des vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V. zur Diskussion vor.

Eine druckbare Version des Programms findes Sie hier.